Viele Familien können sich ein Leben ohne Auto gar nicht vorstellen. Doch auch mit dem Fahrrad lassen sich leicht alltägliche Wege zurücklegen, sagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC). Kindersitz und -anhänger eignen sich bestens, um täglich zwischen Haus, Kindergarten, Arbeitsstelle, Einkauf und Spielplatz zu pendeln.
Je nach Einsatzzweck wählen Eltern einen Kindersitz oder -anhänger. Beide haben Vor- und Nachteile, so der ADFC. Ein solider Kindersitz kostet etwa 100 Euro, es gibt ihn für vorne und hinten. Von Vordersitzen rät der ADFC aber wegen mangelnder Sicherheit ab. Kinder schlafen im Hecksitz schnell ein, daher sollte sich die Lehne nach hinten verstellen lassen.
Das Kind wird am besten durch ein gepolstertes Gurtsystem in Y-Form gesichert. Der ADFC rät, beim An- und Abschnallen des Kindes auf einen sicheren Stand des Fahrrads zu achten, sinnvoll ist hier ein Zweibeinständer. Mit Kindersitz hinten ist Einkaufen meist nicht möglich, weil er den Gepäckträger samt Seitenstreben verdeckt. Für kürzere Strecken in der Stadt ohne viel Gepäck ist ein Kindersitz aber eine praktische Lösung.
Für einen vernünftigen Kinderanhänger sollten Eltern laut ADFC mindestens 400 Euro einplanen. Dafür ist er vielseitiger als ein Kindersitz.
Er schützt vor Sonne und Regen und hat Platz für den Einkauf. Einsitzer sind schmaler und leichter, haben aber oft ähnlich viel Stauraum wie Zweisitzer. Diese bieten auch Platz für späteren Nachwuchs oder einen Freund, der mit zum Spielplatz kommen soll.
Ob ein Anhänger einen leichteren Stoffboden oder eine feste Wanne aus Hartplastik oder Aluminium hat, spielt für die Sicherheit weniger eine Rolle. Wichtig ist ein tiefer Schwerpunkt und ein stabiles Gestängesystem mit Überrollschutz. Fährt nur ein Kind im Zweisitzer mit, sollte es wegen der Gewichtsverteilung mittig sitzen. Ein Fliegengitter schützt die Passagiere nicht nur vor Insekten, sondern auch vor aufgewirbelten Steinchen.
Besonders im Herbst wird laut ADFC ein tiefes Schutzblech am Zugrad wichtig, das Pfützenwasser und Matsch vom Anhänger abhält. Anhänger brauchen neben den weißen Reflektoren an den vorderen Seiten und den roten hinten zusätzlich eine Beleuchtung. Batterieleuchten sind hier erlaubt. Ab 80 Zentimetern Spurbreite braucht ein Anhänger auch vorne links ein Licht.
Fahrrad und Anhänger verbindet ein Kupplungssystem. Je mehr Spiel die Verbindung hat, desto eher neigt der Anhänger beim Anfahren und Bremsen zu leichten Vorwärtsschüben. Da nicht jede Kupplung an jedes Fahrrad passt, rät der ADFC, beide Elternräder zum Kauf mitzubringen, um das auszuprobieren und gleich eine zweite Kupplung zu kaufen – so sind beide Elternteile mobil. Das gilt auch für den Adapter des Kindersitzes.
Eltern probieren das neue Fahrgefühl mit Anhänger am besten erst ohne Kinder aus. Enge Durchlaufsperren und Treppen sind für Fahrräder mit Anhänger Sackgassen. An roten Ampeln daran denken, nicht quer mit dem Anhänger auf dem Radweg oder auf einer schmalen Mittelinsel auf der Fahrbahn stehenzubleiben. Zahlreiche Tipps rund um die Familienmobilität mit dem Rad sind auf www.adfc.de/kindertransport nachzulesen.